Eine etwas andere Verschwörungstheorie…

Nun, es ist nicht schwer einzusehen, dass kritische Menschen es heute nicht leicht haben. Sie werden mehr und mehr gesellschaftlichen Druck ausgesetzt und es fällt auf, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Gesellschaft diesen Prozess gar noch befürwortet. Dabei wünschen wir uns alle an fast allen Stellen und Momenten unseres Lebens kritische Menschen, oder? Kritik heißt hier nicht mehr, als genauer auf Abnormalitäten und Widersprüche zu prüfen.

Fall a) Sollte der Techniker, der das Flugzeug wartet, mit dessen Hilfe ich gleich ein fernes Ziel ansteuern werde, wirklich unkritisch sein? Wirklich? Und wenn sich aufgrund fehlender sorgfältiger Prüfung ein wichtiges Bauteil lockert, defekt wird und das Flugzeug abstürzt? Dann verklagen Sie sicherlich die Fluggesellschaft, richtig? Blöd nur, wenn Abstürze nur selten überlebt werden. Finden Sie es richtig, wenn Fluggesellschaften ständig die Gelder für die Wartung senken, bis es zu einem verheerenden Materialfehler kommen muss?

Fall B) Wie sieht es mit einer Operation aus? Sollte der operierende Arzt vor oder nach dem Verschließen der Wunde nachschauen, ob seine Armbanduhr noch am Handgelenk sitzt? Vorher wäre besser, nicht? Kunstfehler sind in der Medizin recht gefährlich. Nicht umsonst werden diverse Abtrittserklärungen vor einer Operation unterzeichnet. Aber der Arzt darf ruhig unkritisch sein; eine kritische Prüfung ist was für Weicheier! Sind Sie auch so mutig, wenn sie selbst auf dem Operationstisch liegen?

Fall C) Sie finden kleine Zettelchen in der Jacke des Ehepartners. Da sind Telefonnummer mit niedlichen Herzchen zu finden. Und die andere Hälfte hält sich auffällig vermehrt und länger im Büro auf, manchmal sogar am Wochenende. Das war doch die letzten 20 Jahre nicht so gewesen. Das Telefon klingelt des Öfteren spät abends, und wenn sich erkundigt wird, kommen nur lapidare Antworten. Nein, unkritisch bleiben ist sinnvoll, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Ehebruch ist im Christentum eine derart langanhaltende und tradierte Verschwörungstheorie… Nee, ein prüfender Blick ist nicht notwendig. Drei Monate später trennt sich der andere Partner mit der Aussage, er sei schon seit Längerem unglücklich und er habe jemand Neues kennengelernt. Wie konnte es nur soweit kommen?

Fall D) Sie kaufen ein Haus. Der Makler verspricht das Blaue vom Himmel. Die Unterlagen machen einen unvollständigen Eindruck, aber die Terrasse ist schön. Der Preis ist sehr hoch. Sie verschulden sich für die nächsten dreißig Jahre. Hoffentlich können Sie solange im Arbeitsmarkt bestehen. Ach, was soll’s? Man gönnt sich ja sonst nichts. Sie ziehen im Sommer ein. Die Heizung ist leider defekt. Das stellen Sie im Herbst fest. Die Dämmung ist so gut wie nicht vorhanden. Lauter Kurzschlüsse einer veralteten Elektrik. Der erste Winter führt zum ersten Wasserschaden. Willkommen in der „Neuen Normalität“! Sie haben „viel Freude“ mit den Haus in den nächsten zwölf Jahren… Wenn man schon nicht selbst fähig ist zu einem kritischen Blick, dann gibt es für derartige Fälle Sachverständige. Hab‘ ich irgendwo gelesen. Will mich aber nicht als Aluhutträger outen. !!! Makler sind alle seriös!!!

Fall E) In der Lebensmittelindustrie gibt es eine Rückrufaktion. Mehrere Fälle von Lebensmittelvergiftung sind bekannt geworden. Hätte da nicht jemand darauf achten und kritischer hinschauen sollen, bevor so etwas passiert? Ist das Wasser aus dem Hahn wirklich sauber? Durchgängig? Naja, hoffentlich hat jemand ein kritisches Auge darauf, wer weiß, was wir morgen sonst zu uns nehmen. Kritisches Überprüfen nennt man in der Wirtschaft „Qualitätskontrolle“ wir sollten dankbar sein, dass es so etwas gibt. Zumindest bin ich durchaus beruhigter — gerade wenn es um Atomkraftwerke geht. Aber da kann ja auch nichts passieren; alles Aluhutträger. Gut, dass noch nichts passiert ist…

Fall F) Wie war eigentlich der spirituelle „Inzidenzwert“ zurzeit der Hexenverfolgung. Ganze Dörfer wurden entvölkert, weil fast alle Frauen verbrannt wurden. Das Vermögen der Opfer ging zur Hälfte an die Gerichte und an die Inquisition. Ein schöner Markt, der hier entstand. Das Produkt war der Tod. Unsichtbar sollte er sein, real war er dann. Teufelswerk. Aber dennoch: Endlich mal ein schönes Beispiel gelingendes Qualitätsmanagement schließlich muss der Teufel vollständig ausgetrieben werden und alle sind aufgerufen mitzumachen und viele machten mit. Die anderen verbrannten oder flohen noch rechtzeitig… Es hieß damals, in Deutschland werden noch Hexen verfolgt, da glaubt der Rest der Welt schon nicht mehr an den Teufel (Friedrich von Spee, 1631). Rechter, antisemitischer, querdenkender Teufelsleugner!

Fall G) Im Dritten Reich hat man alle industriellen und technischen Möglichkeiten ausgeschöpft, die ausgeschöpft werden konnten. Warum dahinter bleiben? Vorher fehlte es an technischer Reichweite. Nun nicht mehr. Und es wurde ordentlich gearbeitet. Wer schlampt, kriegt Ärger. Und wer anders denkt, wird trotzdem einbezogen — nur anders. Wo es an Freiwilligkeit fehlt… nein, es wird nicht an Freiwilligkeit fehlen. Angst tut immer ihre Wirkung. So oder so… Effizienz über alles und für ein höheres Ziel. Ja, wenn der Nachbar nicht mitzieht, dann wird er gemeldet – wie bei den Hexen. Denunziantentum macht sich breit und eine Gesellschaft wird gespaltet. Es gibt eine „Weiße Rose“, eine Anne Frank… Aber wir machen das Richtige, weil man es uns sagt und verhöhnen die anderen, weil sie kritisch sind. Die Opfer, die gebracht werden, mussten gebracht werden — zum Wohle aller. So denkt die Mehrheit und die Tore werden geöffnet, die Juden treten in die Halle und wir verschließen ihnen jede Möglichkeit des Auswegs und öffnen einen Hahn und das Sterben beginnt…

Das passiert, wenn das Qualitätsmanagement korrupt ist und doch makellos funktioniert. Eine blanke Verschwörungstheorie. Na dann, …

(Pause)

Denken Sie bitte selbst über diese sieben Fälle nach.

Korruption prägte immer schon unsere Geschichte und auch heute gibt es keine korruptionsfreie Institution weltweit. Nicht unser Bundestag, nicht die WHO, nicht die Universitäten, nicht die Banken, nicht der Vatikan, nicht das Weiße Haus, nicht die Wall-Street, nicht das Rote Kreuz, nicht der ADAC, nicht die Pharmalobby usw. usf.

Zeige mir eine institutionelle Instanz, die nicht korrupt ist;
und ich lege meinen Stein wieder zu Boden.

Bis dahin sollten wir aber alle kritisch prüfen, wie wir uns organisieren. Manches ist gut, manches nicht. Vom kritischen Blick dürfen wir allerdings nicht ablassen, sonst heißen wir die Tyrannis willkommen und diese hier fängt erst an zu wüten… weltweit — nicht zum ersten Mal.

Würden Sie wirklich einen unkritischen Menschen einem kritischen vorziehen? In Ihrer Ehe? In Ihren Freundschaften? Am (vielleicht sogar riskanten) Arbeitsplatz? Auf kritische, und vor allem selbstkritische, Mitmenschen kann man sich verlassen. Jemand, der in seinem Beruf diese Fähigkeit nicht zeigt, ist unprofessionell. Warum glauben so viele Bürger auf anderen Ebenen sei das anders? Wie bei der Hexenverbrennung, entsteht hier ein destruktiver Markt. Wann hat es eine Pandemie mit vier oder noch mehr Wellen gegeben? Ich kann mich nicht erinnern, Sie etwa? Wissen wir, was aus dem Wasserhahn kommt? Wir glauben es. Es gibt dahingehend Erfahrungen. Wissen wir, was man uns einimpfen möchte? Nein, da fehlen diese. Und Sie glauben trotzdem? Obwohl nur etwa 6% der Nebenwirkungen gemeldet werden dürfen. Die bekannten Nebenwirkungen sind verheerend. Aber warum sagen uns die Medien darüber nichts. Weil man uns nicht sagen wird, dass es den Teufel nicht gibt. Ganz einfach. Allein schon, weil es jetzt ein Markt ist und auch unsere Politiker echt reich werden — aber mit Korruption hat das nichts zu tun. Glauben Sie das wirklich?

Euer Paul

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