Vom Corona-Leugner zum Antisemit

… ist es nur ein kleiner Schritt, wenn Defamierung zum Tagesgeschäft gehört. Hier greifen deutsche Automatismen einfach und effektiv. Jahrzehntelange Übung halt vorübergehend im Kleinen gingen voraus… Nun, wieder im Großen.

Danke, liebe TAZ, dass Ihr dieses Spielchen auch mitmacht. Da erinnert man sich als Langszeitinhaber eines Abos gleich an die glorreichen Anfänge dieses Blattes.

Schwamm drüber.

Nun, wir Deutschen sind in diesem Punkt historisch bewanderter als so manche andere Nation, aber was hilft es. Dadurch sind die kritischen Minderheiten keineswegs besser geschützt. Was hilft das ganze Erinnern an dunkle Vergangenheiten, von denen auch damals nur die kritischen Geister, als Minderheit vor Ort, etwas mitbekamen, angesichts dieser düsteren Zukunftsaussichten?

Es ist gängie Praxis unserer Medien und politisch findet zurzeit niemand Anstoß an diesen Narrativen. Eine Minderheit darf bzw. soll offen diskriminiert werden und niemanden stört es großartig – außer natürlich die Diskrimierten selbst; aber mit ihnen wird ohnehin nicht mehr gesprochen – nur noch über sie. Niemanden zu Worte kommen lassen, den man schon bis ins Mark abgeurteilt hat. Ekel.

Ich  würde gerne wissen, worüber man dann herzieht, wenn die Impfstoffe nicht ganz so wirken wie versprochen und die Ungeimpften aus der Gesellschaft erfolgreich (und sanft) ausgeschlossen wurden. Ob die kognitiv trägen Befürworter sich dann irgendwann noch die Frage stellen:

Huch, was ist denn hier eigentlich los?

(Zur Erinnerung: Damals geschah dies überwiegend nicht!)

Zwar habe ich Teile meines Geschichtsunterrichts verschlafen, aber erstens kommen mir dennoch einige charakteristische Punkte doch recht bekannt vor und zweitens hätte ich das Fach Geschichte zu den Themen Weimarer Zeit und Dritte Reich auch komplett verschlafen können – wiederholt sich ja eh alles! Lernkurve sehr flach. Aber:

Ist dies tatsächlich eine „Diktatur der Mehrheit“?

Aus meiner Sicht: Diktatur? Ja! Der Mehrheit? Nein.

Allgemein: Eine kritische Minderheit gegen eine leitmedial manipulierte Mehrheit auszuspielen, funktioniert in einer Demokratie genauso gut, wie in jeder anderen Staatsform. Hier sind die diktatorischen Züge herrlich einfach schon an der Propaganda zu erkennen. Ups, meinte natürlich public relations.

Doch eine „Diktatur der Mehrheit“ setzt eine „bewusste Mehrheit“ voraus. Diese „bewusste Mehrheit“ gibt es aber nicht. Wieviele werden über die Jobs und die Kinder strukturell gezwungen? Wieviele können oder wollen sich die Dinge nicht vorstellen oder haben schlichtweg Angst? Dieser Teil fällt aus der „bewussten Mehrheit“ schon einmal heraus. Hilft zunächst aber auch nicht weiter, weil dieses System sich insbesondere von Passivität ernähren kann – wie damals. Die „bewussten“ Befürworter der aktuellen Situation vertreten weniger eine Meinungsfreiheit, als eine Meinungseinheit – wie damals.

Wir Kritischen werden mannigfaltig negativ bezeichnet z.B. als Aluhutträger, Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker oder mittlerweile Antisemit, obwohl wir in erster Instanz nichts anderes tun, als kritische, also prüfende, Fragen zu stellen. Merke: Für uns braucht man viele Namen! Zu den kritischen Fragen ergeben sich eine Vielzahl von verschiedenen mehr oder weniger sinnvollen Antworten. Am besten ist es (knapp formuliert), wenn das stärkere Argument gewinnt und ein Widerspruch stets verliert. Das ist eigentlich gar nicht so schwer…

Die andere Seite hingegen lässt sich schlussendlich mit dem Emblem „unkritisch“, als zur Prüfung nicht gewillt oder nicht fähig, vollständig umschreiben. Andere Bezeichnungen sind überhaupt nicht nötig. Wozu diffamieren? Dies ist doch ein Sachverhalt. Der eigentliche Hauptunterschied zum Diskurs der Kritischen besteht darin:

Hier gibt es nur eine Antwort und das Fragen an sich ist verboten.

Diese Situation, einmal gesellschaftlich akzeptiert, ist für die bislang gewohnte Meinungsfreiheit hoch gefährlich – damals tödlich. Die Mitbürger, die keine eigene Meinung haben, sind überaus nützlich. Nur kritisches Widersprechen ist ungünstig. Dagegen muss vorgegangen werden. Und nichts anderes geschieht in den Lei(d)medien, denn nichts anderes verbreiten sie:

Angst, Diffamierung, Spaltung = Leid.

Dass die Erwartungen gegenüber den Impfstoffen, die nicht wie erwünscht wirken, als Vorwurf mutieren können, gegenüber denjenigen Mitmenschen, die sich gar nicht haben impfen lassen, ist schon erstaunlich. Kein Experte, kein Politiker und kein Geimpfter kann daraus eine plausible Erklärung generieren und genau deswegen wird auf diesen Sachebenen, wie die Weltmeister, geschwiegen.

… – wie damals!

Meine Hoffnung zur Einsicht gilt gegenüber den Geimpften. Wenn sie für sich entdecken, dass auch sie nicht gefragt wurden – und auch niemals gefragt werden. Vielleicht lernen die bisherigen Staatsgläubigen anhand anderer Themenstellungen die Lektion, auch wenn es wichtig wäre, diese gerade jetzt zu lernen. Jeder Geimpfte muss sich doch nur fragen, ob er es sich gefallen lassen würde, wenn er rein zufällig sich gegen die Impfung entschieden hätte, sich daraufhin als Antisemit bezeichnen zu lassen.

Ja, liebe Geimpften. Ihr seid neutral oder prosemitisch, weil Ihr geimpft seid – schon irgendwie seltsam, oder? Seit wann hängt mein Verhältnis zu anderen Religionen von meinem Impfstatus ab? Ich stelle diese Frage, weil Ihr dazu scheinbar nicht in der Lage seid. Aber unser Antisemitismus geht klar. Darauf hat die TAZ gewiss Antworten, doch inwieweit sich auch geimpfte Menschen so definieren lassen wollen, dass würde ich gern wissen. Denn auch die positiv verkehrte Variante ist hochgradig unlogisch und diskriminierend, weil gegen Vernunft und gesunden Menschenverstand, und deswegen scheinen diese beiden menschlichen Fähigkeiten gerade auch den Geimpften von hoher Stelle abgesprochen zu werden… Klingelt da nix? Dann liegen unsere Eliten mit Euch goldrichtig und uns lässt man den „Antisemitismus“.

Na, schönen Dank auch!

Euer Paul

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