Vernunft als anthropologische Konstante

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Es ist schwierig, von „anthropologischen Konstanten“ zu sprechen, da zunächst die Übergänge zu anderen Spezies teilweise fließend sind. Persönlich würde ich mich lediglich auf eine potenzielle Möglichkeit des Gebrauchs der Vernunft einlassen. Darunter kann eine Bewusstseinsleistung verstanden werden, die nicht mehr unter den konventionellen Verstandesleistungen zu subsumieren wäre, die in rudimentären Formen durchaus in der Tierwelt vorhanden sind. Das Stellen von Zweifel und Sinnfragen kann durchaus als eine Erscheinung des Vernunftgebrauchs gehandelt werden.

Über weitere Formen von anthropologischen Konstanten kann und soll als Bewusstwerdungsprozess diskutiert werden. Hier kann der Anthropozentrismus und das Mittel der Anthropomorphisierung genannt werden. Der erste Ausdruck stellt den Menschen in das Zentrum seiner Umwelt. Nach dem Sophisten Protagoras sei der Mensch das Maß aller Dinge. Dies könnte ein Hinweis auf seine Maßlosigkeit liefern. Nach dem zweiten Ausdruck wird die natürliche Umwelt vermenschlicht. Naturgewalten, die als Ausdrücke des Willens anthropomorpher Götter verstanden werden, verleiten den Menschen dazu, deren Gunst u.a. durch Gebete und Opferrituale zu ersuchen. Beide Aspekte sind lediglich zwei weitere Beispiele für allein menschliche Charakteristika.

Mit dem Alleinstellungsmerkmal des Vernunftpotenzials, unabhängig davon, wie oft diese im Alltag zur Anwendung kommt, endet hier zunächst die eigene Sicht.

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