Herrschaft und Hegemonie

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In Kurzform unterscheiden sich Herrschaft und Hegemonie recht klar in dem Umstand, dass man den Herrscher in der Regel kennt, den Hegemon allerdings nicht. Jetzt kann sich jeder fragen, inwieweit und für wen eine weltweite Einführung der Demokratie als Erfolgsmodell eigentlich sinnvoll ist, wenn sich zeitgleich nicht mehr erkennen lässt, wer und mit welcher Absicht im Hintergrund die Fäden zieht. Durch eine erfolgreiche Abkopplung von Entscheidungs- und Konsequenzträgern kann der Entscheider nicht mehr belangt werden. In Bezug auf die Demokratie bedeutet dieser Umstand, Politiker und Parteien stellen keine Entscheidungsebene dar, sondern sind lediglich Empfänger des politischen Diskurses. Das demokratisch mediale Märchen unserer Zeit besteht genau in der Behauptung des Gegenteils. Was nicht ist, muss behauptet und wieder behauptet und eigentlich praktisch gelebt werden usw., denn dann glaubt es ein demokratisch relevanter Anteil der Bevölkerung auch und daraufhin… leben wir alle in einer Demokratie. Zauberei! Nur so ergibt es Sinn, in einer größtenteils unpolitischen Gesellschaft von Demokratie zu sprechen — ohne sich gänzlich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Auf die C-Krise übertragen: Wir könnten noch nicht einmal die Hersteller der Impfstoffe verklagen. Selbst wenn uns dieses Zeug über kurz oder lang umbringt. Wir können niemanden verklagen, denn wenn wir im großen Stil den Staat zur Rechenschaft ziehen, dann müssen wir uns irgendwie an die eigene Nase fassen. Und um überhaupt in irgendeiner Form Erfolg haben zu können, bedürfte es eines „Rechtsstaates“, der bereits in den maßgeblichen Punkten ausgehebelt wurde! Aber es heißt ja: „Alle Gewalt liegt beim Volke.“ Haha… Oder noch besser: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“

Bin ich der Einzige, dem diese Aussagen in den letzten anderthalb Jahren zunehmend kitschig vorkommen? Gewisse Interesseninstanzen sind unantastbar und alle Gewalt liegt bei ihren politischen Vertretern. Diese Aussage erscheint mir — angesichts der als konfus erscheinende Verordnungsflut — nicht nur intuitiv als sinnvoller und erklärt unsere — und gleichzeitig die globale — Lage bei Weitem plausibler.

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